Wie sich eine Familientherapie auch positiv auf ihre Paarbeziehung auswirkt

Nach Absprache mit der ganzen Familie angestaute Themen   mit dem Paar in der Paartherapie lösen

In dieser Therapiesitzung kommen die Eltern, wie in der vorangegangenen Familientherapie der Familie L. und Frau K. abgesprochen, zur Paartherapie, um endlich ihr angestautes Thema zu bearbeiten und dieses zu verarbeiten.

Nach der Begrüßung frage ich das Elternpaar, wie sie die Zeit zwischen den Sitzungen verbracht haben.

Die Mutter erwidert: „Wir haben uns gut verstanden. Wir haben ja auch eine gute Beziehung zueinander. Unser Problemthema haben wir uns für die Paartherapie aufgehoben.“

Der Vater stimmt seiner Frau zu.

Ich erkläre dem Elternpaar nochmals, dass eine Therapie, ob Familientherapie oder Paartherapie, etwas ganz Normales sei, um nochmals auf den Vater einzugehen.

Ich sage an beide gewandt: „Therapie bedeutet, dass Sie sich von einer Fachkraft Unterstützung und Hilfe holen, um Probleme zu lösen und Lösungen zu finden, hinter denen Sie beide stehen und mit denen Sie beide einverstanden und zufrieden sind. Wenn Sie ihre Steuererklärung machen müssen, gehen Sie zum Steuerberater. Wenn Sie Zahnschmerzen haben, gehen Sie zum Zahnarzt. Wenn Sie Probleme haben, die die ganze Familie betreffen, gehen Sie zur Familientherapie. Wenn Sie als Paar neue Lösungen für ihre Beziehung möchten, gehen Sie zur Paartherapie. Es ist eine vernünftige Entscheidung sich von Fachkräften helfen zu lassen. Sie kämen ja auch nicht auf die Idee ihr Auto selbst zu reparieren.“

Das Elternpaar stimmt mir zu.

Ich sage mehr an den Vater gewandt: „Sie haben bei der Familientherapie ja schon bemerkt, wie leicht es sein kann Lösungen im Rahmen der Therapie zu finden. Sie hatten nicht einmal den Eindruck sich in einer Therapiesitzung zu befinden. Wir haben in einem ruhigen, freundlichen Ton Gespräche zu verschiedenen Themen geführt. Sie haben das Thema mit ihrem Einfluss auf die Wahl des Studienfaches ihres Sohnes verarbeitet. In diesem Stil werden wir auch ihr seit langem angestautes Problemthema in der Paartherapie besprechen.“

Nach dieser Information entspannt sich der Vater zusehends.

„Sie bekommen von mir keine Lösung übergestülpt. Sie erarbeiten mit meiner Unterstützung ihre individuelle Lösung, indem Sie einfühlsam und verständnisvoll aufeinander eingehen und sich füreinander sensibilisieren. So können Sie auch in ungewöhnlichen und belastenden Situationen Gespräche in einem ruhigen, freundlichen Ton führen.

Sie haben heute in der Paartherapie auch den Vorteil, dass Sie sich in der letzten Familientherapie für das zu besprechende Thema bereits entschieden haben und wir das Thema auch schon kurz, oberflächlich angesprochen haben. Heute möchte ich mit Ihnen dieses Thema vertiefen.“

Die Mutter fängt das Gespräch an: „Ich habe mich auch auf das Thema vorbereitet und mir Stichpunkte aufgeschrieben, weshalb ich mich früher schon nicht verstanden gefühlt habe, wenn ich außerhalb meiner Familie geweint habe. Bei uns zu Hause hatten wir einen sehr liebevollen Umgang miteinander. Ich durfte weinen, ich wurde getröstet und nachdem ich mich ausgeweint hatte, haben wir in einem freundlichen Gespräch geklärt was schiefgelaufen ist. Wir haben auch darüber gesprochen, wie wir uns in einer ähnlichen Situation verhalten können, dass wir die Situation für alle gut lösen können.“

Da ich in meiner Familie immer gefragt wurde, weshalb ich weine und was für mich so schlimm sei, war ich nicht darauf vorbereitet, dass es Menschen gibt, die ganz anders auf meine Tränen reagieren und mich sogar deshalb hänseln. In meiner Familie wurde auch kein Unterschied gemacht, ob ein männliches oder weibliches Familienmitglied weint. Wir durften unsere Gefühle zeigen. Weder weibliche noch männliche Familienmitglieder wurden komisch angesehen, wenn sie geweint haben.“

Ich bestätige der Mutter: „Grundlage für ein gutes Miteinander in ihrer Beziehung ist, wenn Sie gefühlvoll aufeinander eingehen. Sie haben Glück, dass Sie dieses Verhalten in ihrer Herkunftsfamilie gelernt haben und es auch in ihrer Familie weitergeben können. Ich finde es auch ganz wichtig keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Erziehung zu machen. Männer dürfen genauso ihre traurigen Emotionen zeigen, wie Frauen. Dies hat auf Paarbeziehungen sehr viele positive Auswirkungen. Es ist viel einfacher offen aufeinander einzugehen, wenn beide Partner ihre traurigen Emotionen auch durch Weinen ausdrücken können.“

Der Vater erwidert: „Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Weinen verpönt war.“

Ich frage nach: „Wie haben Sie ihre traurigen Gefühle ausgedrückt?“

Der Vater erwidert: „Wir haben betroffen geschwiegen.“

„Sie durften ihre traurigen Gefühle überhaupt nicht ausdrücken. Bildlich gesprochen, mussten Sie ihre traurigen Emotionen ganz schnell unter den Teppich kehren und sie verdrängen. Jetzt verstehe ich ihr Gefühl der Hilflosigkeit, wenn ihre Frau weint.“

Die Mutter ist sichtlich entsetzt, als sie den Umgang mit traurigen Gefühlen in der Herkunftsfamilie ihres Mannes erfährt. Sie sagt wirklich betroffen; „Jetzt wird mir einiges klar.“

„Da wir jetzt eindeutig die Ursache des Verhaltens ihres Mannes kennen, gibt es viele Möglichkeiten das Problem zu lösen.“

Ich frage den Vater: „Welches Verhalten wünschen Sie sich von ihrer Partnerin, wenn sie traurig sind oder frustriert sind?“

Der Vater antwortet etwas verschämt: „Ich muss ja zugeben, früher als ich noch Jugendlicher war, habe ich mich bei einigen Mädchen in unserer damaligen Clique ausgesprochen und Tipps geholt. Ich habe allerdings immer zu den Mädchen gesagt, dass sie niemanden davon erzählen dürfen. Zu Hause hatte ich wirklich keinen Ansprechpartner für solche Fragen.“

Die Mutter sagt: „Ich habe mich auch bei Freundinnen ausgeheult. Das ist ganz normal.“

Ich erwidere: „Es ist ganz normal sich als Jugendlicher bei seinen Freunden oder in seiner Clique Rat und Tipps bei Beziehungsfragen zu holen. Es ist einfacher mit Gleichaltrigen darüber zu reden, als mit seinen Eltern.“

Die Mutter fügt hinzu: „Ich habe auch zu Hause darüber gesprochen, aber erst nachdem ich mich mit Freundinnen ausgetauscht hatte.“

Ich sage an beide gewandt: „Bei dieser Frage haben Sie beide das gleiche Bedürfnis genannt. Sie wollen sich beide den Frust von der Seele reden und gute Ratschläge erhalten. In diesem Punkt haben Sie doch recht ähnliche Bedürfnisse.“

Das Paar freut sich über die Übereinstimmungen.

Ich gehe jetzt nochmals mehr auf den Vater ein: „Der Unterschied bei Ihnen liegt darin, dass Sie die Angelegenheit mit der Bitte der Verschwiegenheit besprochen haben, für ihre Frau ist es ganz normal mit jemanden darüber zu sprechen.“

Der Vater antwortet: „Ich habe mich geschämt Gefühle zu zeigen, weil dies in meiner Familie so gemacht wird. Außerdem wollte ich nicht, dass meine Kumpels das mitbekommen, da ich Angst hatte sie würden mich auslachen und hänseln.“

Ich entgegne dem Vater: „Was Sie gerade gesagt haben ist genau der Punkt an dem auch ihre Frau ist. Sie hat sich bewusst entschieden ihre Gefühle zu zeigen und wurde von einigen Menschen deshalb gehänselt. Ihre Frau hat Mut. Sie steht zu ihren Emotionen und verhält sich authentisch. Sie haben ihre Gefühle unter dem Vorwand der Verschwiegenheit gezeigt.

Aus ihren Schilderungen, geht hervor, dass sie sich im Prinzip beide die gleiche Reaktion von ihrem Partner wünschen. Sie möchten beide von ihrem Partner Verständnis, Zuwendung, Trost und Einfühlungsvermögen, wenn Sie sich schlecht fühlen.“

In einer darauffolgenden längeren Diskussion, bei der bei beiden Partnern viele, gefühlvolle Emotionen aufkommen, erkennt das Paar, dass sie sich in dieser Situation das gleiche Verhalten von einander wünschen.

Die Mutter fügt noch hinzu: „Ich freue mich auch über eine liebevolle Geste, wie z.B. in den Arm nehmen, meine Hand nehmen oder andere liebevolle Gesten.“

Darauf antwortet der Vater: „Jetzt, da wir uns ausführlich darüber unterhalten haben, fühle ich mich auch nicht mehr hilflos, wenn du weinst. Ich kann die besprochenen Verhaltensweisen gut umsetzen. Wir nehmen uns ja auch zu anderen Anlässen in den Arm, geben uns die Hand oder gehen liebevoll aufeinander ein. Ich wäre nie auf die Idee gekommen das zu machen, wenn du weinst. Ich habe dieses Verhalten immer nur mit schönen Momenten in Verbindung gebracht.“

Die Mutter fragt jetzt ganz spontan nach: „Und für dich ist es auch okay, wenn ich mich dir gegenüber genauso verhalte, wenn du dich nicht gut fühlst?“

Der Vater bejaht die Frage und nimmt kurz die Hand seiner Frau, um seine Antwort zu bekräftigen und sagt: „Manchmal ist die Lösung so einfach, dass wir gar nicht von alleine darauf kommen, weil wir uns noch nie so ruhig über das Thema unterhalten haben.

Sie lachen beide und der Vater fügt noch hinzu: „Wir haben uns auch vor der Therapie noch nie so ruhig, nett, entgegenkommend und ausführlich über dieses Thema unterhalten können, wie jetzt in der Paartherapie.“

Ich antworte: „Eine gute, freundliche Kommunikation und ein sensibles, verständnisvolles aufeinander Eingehen sind wirklich die Grundlage für eine gute Beziehung, in der sich beide Partner wohlfühlen und glücklich sind.“

Zum Abschluss der heutigen Therapiesitzung gibt mir die Mutter lachend mit den Worten ihren Kunstkalender: „Das habe ich extra für das Ende der heutigen Paartherapie aufgehoben, damit mein Mann nicht meint ich will Sie bestechen. Der Kunstkalender ist ein Geschenk unserer ganzen Familie“

Wir lachen, ich bedanke mich, dann schauen wir uns gemeinsam den Kunstkalender an. Ich bin sichtlich beeindruckt von den tollen, aussagekräftigen Bildern.

Wir vereinbaren anschließend den nächsten Termin für die Familientherapie, da die Eltern in dieser Paartherapie eine gute Lösung gefunden haben.

Hier gelangen Sie zu meinem Beratungsangebot Familientherapie

 

Interessieren Sie sich für den ganzen Therapieverlauf des Paares Frau K. und Herrn L. und den Eltern von Herrn L., können Sie dies in den folgenden Kapiteln nachlesen.

 

Kapitel 1

Lösungen durch eine Kombination aus Paartherapie und Familientherapie erhalten

Wie Sie einvernehmliche Lösungen und eine gute, glückliche Beziehung für ihren neuen Lebensabschnitt durch eine Kombination aus Paartherapie und Familientherapie finden

 

Kapitel 2

Paartherapie und Familientherapie helfen Ihnen eine gute Kommunikation miteinander zu führen

So können Sie miteinander einvernehmliche Lösungen in einem ruhigen, entspannten Dialog finden

 

Kapitel 3

Durch Familientherapie erhalten Sie gute Lösungen, die ihre ganze Familie betreffen

Familientherapie führt zu guten Beziehungen miteinander und bringt Entspannung in ihr Familiensystem

 

Kapitel 4

Durch Familientherapie können Sie ihr Familiensystem stärken

Wie Sie durch ein verständnisvolles Miteinander, die in der Familientherapie besprochenen Lösungen gut verwirklichen können

 

Kapitel 5

Durch Familientherapie lernen, wie Sie Frustrationen, Ärger oder Verstimmungen abbauen können ohne andere Familienmitglieder zu belasten

Wie Sie sich wieder in eine gute Stimmung versetzen können ohne Missverständnisse bei ihrem Partner oder anderen Familienmitgliedern auszulösen

 

Kapitel 6

Wie sich eine Familientherapie auch positiv auf ihre Paarbeziehung auswirkt

Nach Absprache mit der ganzen Familie angestaute Themen mit dem Paar in der Paartherapie lösen

 

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Mein Name ist Terry Ann Larsen. Ich bin Diplom Sozialarbeiterin (FH) und Familientherapeutin (IGST)

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